NIHILS – Interview am 29.09.2015 in der Schräglage in Stuttgart

NIHILS das sind Ramon, Florian und Thomas, die mit ihrer Musik die ganze Welt bereisen wollen. In den letzten Wochen tourten sie zum ersten Mal durch Deutschland und brachten uns eine erfrischende Ladung Elektro Pop mit. Wir haben die drei vergangene Woche nach ihrer Show in der Stuttgarter Schräglage getroffen und uns mit ihnen über ihr im Frühjahr erscheinendes Debütalbum, den Hype um österreichische Bands und was sie eigentlich so einzigartig macht, unterhalten.

© Gabriel Hyden © NIHILS

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About MusÏc:  Wie war eure Show hier in Stuttgart?

Ramon: Super.

Florian: Hat Spaß gemacht.

Thomas: Das erste Mal Stuttgart.

Florian: Ja, das erste Mal Stuttgart und es waren sehr viele Leute da. Den Leuten hat es glaube ich auch ganz gut gefallen. Dann macht das auch echt Spaß.

Thomas: Genau.

 

About MusÏc: Wie kam es dazu, dass ihr Nisse auf seiner Tour supporten durftet?

Florian: Wir kennen „Nisse“ schon länger. Wir haben vor ein paar Jahren schon mit ihm gearbeitet und deswegen…als er dann eine Tour geplant hatte, da hat er uns gefragt. Also wir kannten ihn schon davor. Und wegen den „N’s“ und so – das war alles sehr stimmig. (lacht)

Thomas: Das hat alles sehr gut zusammen gepasst.

Florian: NIHILS – Nisse

(alle lachen)

 

About MusÏc: Ihr habt vor wenigen Tagen euren neuen Song „Not A Man Of Violence“ veröffentlicht. Wie wird der neue Song vom Publikum aufgenommen?

Florian: Bis jetzt gut. Das Feedback ist auf jeden Fall gut. Wir haben den Song noch nicht oft gespielt und er ist auch noch nicht so lange draußen. Das Ganze mit den Radios fängt erst jetzt so richtig an, deshalb dauert es noch ein bisschen bis man mitbekommt wie er wirklich läuft. Das war bei unserem letzten Song genau das Gleiche – am Anfang dauert es ein bisschen und irgendwann bekommen es die Leute mit. Es fangen dann die Radio plays an und dann werden wir das erst sehen.

Thomas: Das ist vielleicht auch der Grund. Da wir keine riesen Firma im Hintergrund haben sondern zur Zeit noch alles selber machen. Deshalb sind auch die finanziellen Mittel nicht da so dass man sagt: „jetzt fangen wir mal mit der Promo in ganz Deutschland an“. Wir lassen das einfach so wachsen und schauen. Wir spielen jetzt eben die Support Tour mit „Nisse“ und pragmatisch gesehen werben wir so für unser Produkt.

 

About MusÏc: Erzählt uns etwas über euer kommendes Album.

Ramon: Wir haben vor 1-2 Jahren unseren Song „Lovers on the Run“ released, dann „Help Our Souls“ und jetzt „Not A Man Of Violence“ und man sieht schon, dass sich die Stilistik leicht geändert hat. „Not a Man of Violence“ ist auf jeden Fall ein Vorbote zum neuen Album. Was es für einen Sound hat, was für einen Nutzen und auch von der Stilrichtung her. Ich glaube damit kann man sich ganz gut einstellen. Also wenn einem das gefällt, dann gefällt einem wirklich auch das Album.

Florian: Ihr hab ja jetzt schon viel gehört von der Live Show. Da sind einige Songs vom neuen Album dabei gewesen.

Thomas: Genau.

 

About MusÏc: Hat das Album schon einen Namen?

Ramon: Noch nicht.

Thomas: Das verraten wir noch nicht aber es gibt natürlich schon ein paar Ideen aber die sind noch nicht für die Masse gedacht.

 

About MusÏc: Wieviele Songs werden auf dem Album sein?

Florian: Zehn oder?

Thomas: Elf ja.

Florian: Zehn oder Elf.

 

About MusÏc: Hat das Album schon ein Release Date?

Alle: Nein. (voraussichtlich im Frühjahr 2016 a.d.R.)

 

About MusÏc: Wie entscheidet ihr welcher Song schlussendlich aufs Album kommt?

Florian: Schlussendlich – wie es einfach zusammen passt. Wenn ein Song dann nicht mehr drauf passt…wir hatten eigentlich noch andere geplant aber wenn der Song nicht mehr ins Konzept passt, dann fliegt der raus.

Thomas: Ja es geht auch mehr darum, dass das Album für den Hörer ein bisschen unterschiedlich ist und auch interessant. So dass man eben nicht zehn gleiche Nummern hat. Das ist uns auch sehr wichtig, dass der, der die Platte dann kauft auch ein spannendes und stimmiges Album hat.

 

About MusÏc: Gibt es einen Song auf dem Album der euch besonders stolz macht?

Ramon: Wir hoffen, dass alle Songs gut sind.

(alle lachen)

Thomas: Es gibt verschiedene Songs für verschiedene Momente.

Florian: Ja.

Thomas: Das heißt es gibt „Autofahr-Nummern“ und es gibt „Club-Nummern“ – es soll eben von allem etwas dabei sein.

 

About MusÏc: Gibt es auch einen Song zum abtanzen? 

Florian: Ja ich denke schon.

Ramon: Doch das hoffen wir.

Thomas: Für uns schon. Wie ist es euch ergangen? War für euch etwas dabei?

Ramon: Habt ihr tanzen können?

About MusÏc: Ja.

Alle: Sehr gut.

 

About MusÏc: Es gibt zwei österreichische Bands die in den letzten 1-2 Jahren ziemlich erfolgreich in Deutschland unterwegs waren. Wisst ihr wen wir meinen und was haltet ihr von diesen beiden Bands?

Florian: Wir sind auf jeden Fall große „Bilderbuch“ Fans. Die finden wir schon sehr lange cool. Also wir hatten die schon vor ungefähr 6 Jahren auf unserem Festival, welches wir veranstaltet hatten. Die haben jetzt nochmal einen drauf gehauen mit dem Stil den sie jetzt fahren. Der passt einfach am besten zu ihnen. „Wanda“ ist halt eher so ein Konzept aber die haben auf jeden Fall ihre Berechtigung. Für mich persönlich ist das nicht so meine Musik aber es ist schon krass, was sie damit anstellen.

Thomas: Ja schön zu sehen wie es funktioniert. Also das ist wirklich super wenn es eine neue Band gibt und die gehen einfach so durch die Decke. Das ist einfach geil. Das freut uns auch. Gerade, dass das Österreich Ding so gut funktioniert ist stark zu sehen.

Florian: Es ist auch schön, dass es so viele gute österreichische Bands gibt, auf die nun ein bisschen mehr die Augen geworfen werden. So dass es die zwei jetzt rüber geschafft haben.

 

About MusÏc: Seid mal kurz arrogant – was macht eure Band einmalig? Wieso kann man sich euch nicht entgehen lassen?

Florian: Ich denke einfach die Stimme und natürlich dass der Ramon ein Muttersprachler – Englisch ist. Das ist etwas das uns vielleicht schon hilft und das uns auch nicht nur in unserem Raum sondern auch international verständlicher macht.

Thomas: Ja und auch warum die Texte selbst in englisch sind. Also das ist jetzt nichts aufgesetztes so von wegen wir sind drei Österreicher die Mal daran denken englisch zu singen sondern es kommt einfach mehr von innen beziehungsweise die Gefühle werden besser ausgedrückt. Ich glaube das kann der Ramon einfach besser ausdrücken. Deswegen ist es nicht so, dass wir uns verstellen müssen um englisch zu singen. Es ist wie es ist. Wie es rauskommt. Das ist einfach schöner. Das ist glaube ich auch bei „Wanda“ so. Der singt eben seinen Wiener Dialekt und bei „Bilderbuch“ ist das genauso. Die verstellen sich nicht. Das ist das Schöne und ich glaube das macht auch die Künstler irgendwie einzigartig.

Ramon: Ich glaube es ist auch einfach ein Mix aus den verschiedenen Charakteren die in unserer Band sind. Das ist doch ein recht authentisches und ungewöhnliches Set Up das wir da haben. Dadurch, dass es uns auch schon echt lange gibt und wir schon lange in dieser Konstellation arbeiten und auch wie wir zusammen arbeiten. Wir machen extrem vieles selber und das ist glaube ich das, was uns ausmacht.

 

About MusÏc: Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Florian: Ganz klassisch im Kindergarten.

Thomas: Genau.

Florian: Das ist cool.

Thomas: Kein Spaß. Freundschaft seit klein auf.

 

About MusÏc: Eine typische Frage an euch – welche Ziele habt ihr als Band und wo seht ihr euch in 5 Jahren?

Florian: Da gibt viele Ziele. Die müssen jetzt erst einmal abgearbeitet werden. Es gibt natürlich immer das große Ziel da vorne und das ist schon, dass wir von der Musik leben können. Das wir die Shows spielen können, die wir uns so vorstellen und das wir die Welt bereisen können. Aber diese Ziele hat jede Band.

Thomas: Also den Gedanken haben wir uns schon hoch gesetzt.

Florian: Ja genau.

Thomas: Aber wir finden, dass man sich das muss. Wenn man sich zu viele kleine Ziele setzt, dann verliert man vielleicht auch.

Florian: Man muss groß denken und dann Schritt für Schritt darauf hin arbeiten. Das ist der Weg den wir fahren.

Thomas: Genau.

 

About MusÏc: Werdet ihr nochmal in Deutschland touren?

Florian: Das kommt auf das Publikum an aber ja.

Thomas: Hoffentlich! Wenn es euch gefallen hat.

Ramon: Wir finden das deutsche Publikum auf jeden Fall super. Es reagiert echt sehr gut auf unsere Musik obwohl die Leute uns überhaupt nicht kennen. So haben wir eigentlich nur eine Show Zeit um die Leute zu überzeugen beziehungsweise eine Reaktion zu bekommen. Bis jetzt fühlen wir uns echt geehrt wie super das funktioniert.

 

About MusÏc: Wir haben gelesen, dass ihr aus einem kleinen Dorf Namens Waidring stammt. Wohnt ihr auch noch dort?

Thomas: Ab und zu.

Florian: Also so hin und her. Wir sind sehr viel in Berlin weil unser Produzent auch dort oben ist und wir für zwei Monate in Berlin gewohnt haben. Wir sind ein bisschen am pendeln was aber auch schön ist. Eine schöne Landschaft, wo man auch mal runter kommen kann oder ungestört arbeiten kann. In Berlin ist das dann eben ein bisschen eine andere Situation.

Ramon: Ja. Zwischen Berlin und Waidring was unser Dorf ist. Schlussendlich haben wir die Platte in Berlin aufgenommen. Also war das schon so ein stetiger Pendelprozess von Berlin runter ins schöne Österreich beziehungsweise Tirol. Dort haben wir eigentlich relativ viel vom Album geschrieben aber auch in Berlin wo wir im Zuge von Sessions die Songs auch fertig komponiert haben.

 

About MusÏc: Was kann man in Waldring noch so anstellen?

Florian: Nur Musik…deswegen.

Thomas: Oder wandern gehen oder Skifahren. Das ist schon sehr cool. Waidring ist auch ein super Ruhepol.

Florian: Und laut sein.

Thomas: Genau laut sein ist auch ein riesen Vorteil.

 

About MusÏc: Super – Vielen Dank für das Interview.

 

Wer mehr über die NIHILS erfahren möchte schaut am Besten auf deren Facebook Seite vorbei -> NIHILS

Hier das Video zum Song: „Not A Man Of Violence“ – wir sind dann mal am dancen!

Das Interview wurde geführt am 29.September 2015 von Stephanie Bauer

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Mixery HipHop Open 2015

Mixery HipHop Open 2015

Ein letztes Mal „HipHop Open“ in der Mutterstadt des Hip Hops, Stuttgart. Wir sind etwas traurig, da wir mit dem Festival aufgewachsen sind. Das Wetter traumhaft – perfekt. Der erste Act spielte auf der Main Stage, „Marvin Baker“ aus Stuggi Town. Mit viel Groove und Soul heizte er dem Publikum zu noch früher Stunde schon ordentlich ein. Gleich im Anschluss übernahm „Karate Andi“ das Publikum. Seinen sich selbst auferlegten Bildungsauftrag hat er unserer Meinung voll erfüllt. „Alle Wege für’n nach Rom doch nur einer in mein Bett…“

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Nicht nur Musik stand auf auf dem Programmplan der „Open“. Neben zahlreichen Food – Angeboten,wurde auch für Actionsportler wie Biker und Skater ein kleiner Park aufgebaut. Und auch bei den Jungs und Mädels von „VioVio“ konnte man Chillen oder ein paar Körbe beim Basketball werfen.

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Wir geben zu „DAT ADAM“ haben wir noch nie gehört. Deshalb waren wir überrascht wie Eingänge ihre Songs sind. Sie klingen fresh und fast ein bisschen Indie. Von den drei Jungs werden wir in Zukunft sicher noch viel hören.

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An der „2-nd-Stage“ übernahm der Heidenheimer „Chefket“. Wer ihn nicht kennt, sollte dies schleunigst ändern. Seine Songs sind grandios und seine Auftritte sowieso. Da er auf seinen Veröffentlichungen das ein oder andere Feature drauf hat von „Tua“ bis hin zu „Samy Deeluxe“, ließ er es sich natürlich nicht nehmen einen Gast auf die Bühne zu holen. „Marteria“ – OMG, gemeinsam performten sie den Song „Was wir sind“.

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Die „Antilopen Gang“ durften wir zwar dieses Jahr schon erleben aber das hielt uns nicht davon ab die „Antilopen“ nochmals anzuschauen. Mitgesungen und abgefeiert wurde schon kräftig, der absolute Höhepunkt war aber „Beate Zschäpe hört U2“.

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„Megaloh“ spielte auf der „Main Stage“ und auch er holte sich Unterstützung – „Chefket“.

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Danach war es dann Zeit für einen großen Namen aus den USA. „Joey Bada$$“ kommt aus Brooklyn und ist Teil der „A$AP“ Posse“. Sein Album, welches im Januar erschien, stieg in die US Rap Album Charts direkt mal auf Platz 1 ein. Für seine 20 Jahre legte er vor dem „HipHop Open“ Publikum eine ziemlich gute Show hin.

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Auf der „2-nd-Stage“ wartete das Publikum gespannt auf „Weekend“, die Sonne strahlte wie den ganzen Tag noch nicht. „Weekend“ der Geburtstag hatte, bekam gleich mal von der Crowd ein ordentliches Ständchen gesungen und lachte dann mit der Sonne um die Wette.

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„Kollegah“ – der Boss, einer der erfolgreichsten deutschen Rapper hatte auf der „Main Stage“ das komplette Publikum fest im Griff.

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„WSP Präs: Mädness/Döll/Sonne/Ra Waldo The Funk/Dexter“ ein sehr abwechslungsreiche Show, bei der die Künstler einzeln und zusammen performten.

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Langsam wurde es Zeit für ein paar Headliner. „ASD“, „Afrob“ und „Samy Deluxe“, Oldschool Deluxe mit ziemlich vielen Hits die jeder mitrappen konnte. Das Duo wurde richtig gefeiert.

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Es war Zeit für „A$ap Rocky“ – schon beeindruckend, ihn vor sich auf der Bühne zu sehen. Jedoch war seine Show nicht ganz nach unserem Geschmack. Vor allem als er ein Nirvana Playback laufen lies fanden wir das sehr schräg. Dennoch seine Hits „Wild for the Night“ oder „F**kin Problems“ haben seinen Auftritt dann immerhin ein wenig gerettet. Nach ungefähr 45 Minuten war die Show merkwürdigerweise zu Ende…weshalb sich ein Großteil des Publikums zur „2-nd-Stage“ begab.

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„Eko Fresh“ gab sich hier die Ehre. Er überraschte uns positiv mit einer super Performance und jeder Menge Spaß.

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Da wir wussten, das eine „Überraschung“ im Gange war, machten wir uns frühzeitig auf den Weg zurück zur „Main Stage“. Dort hatten sich schon die „Massiven Töne“, „Die Orsons“ und einige andere Stuttgarter Künstler versammelt. Es wurde der offiziell Abschied von den „HipHop Open“ gefeiert. Abwechselnd performten die beiden Kombos ihre Hits wie „Cruisen“ oder „Schwung in die Kiste“ und der ein oder andere im Publikum sowie auch auf der Bühne, verdrückte ein paar Tränen.

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Keine zwanzig Minuten später stand der Headliner auf der Bühne. „Marsimoto“. Die „Open“ wurden in eine riesige grüne Wolke gehüllt und alle waren „Marsianer“. Ein gebührender Abschied für die „HipHop Open“ und eine super gute Show von „Marsi“.

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Nach der Party ist vor der Party – oder so ähnlich.

In verschiedenen Clubs gab es offizielle Aftershow Parties, auf die man mit seinem Eintritts Bändchen kostenlos gehen konnte. Die „Open Club – Nightshows“.
Wir entschieden uns für die „Schräglage“ und den „Red Bull Sound Clash“. „Who RockZ The Crowd“ -> „Angst und Schrecken“.
Was für ein Tag und was für eine Nacht!
Gegen 7Uhr morgens sind wir sehr zufrieden in unsere Bettchen gefallen.
Wir sind traurig, dass es das letzte „HipHop Open“ in Stuttgart war…wir glauben aber ganz fest daran, dass sich in Zukunft vielleicht etwas neues für Stuttgart und seine Hip Hop Fans auftut?

Review / Photos: Stephanie Bauer (Copyright: About MusÏc)

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